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Lebensfragen

Mit Stress umgehen | Tips von einem Berater

Stress ist nicht automatisch schlecht. Ein bisschen Stress hilft dir, in bestimmten Situationen schnell und aufmerksam zu reagieren.

Ungesunder Stress ist aber etwas anderes. Wenn der Stress sehr lange anhält, kannst du dauerhafte Probleme bekommen. Diese Beschwerden wird man dann nicht so schnell wieder los.

Deshalb ist es wichtig, dass du etwas gegen deine Stress-Symptome tust. Denn nur so kannst du verhindern, dass du völlig überlastet wirst oder ein Burnout bekommst.

Holistischer Ansatz

Die Balance zwischen Seele, Körper und Geist ist wichtig. Wenn einer dieser drei Bereiche aus dem Gleichgewicht gerät, hat das auch Auswirkungen auf die anderen beiden.

Deshalb kann Stress ganz unterschiedliche Ursachen haben. Du kannst direkt an den Dingen arbeiten, die dir Stress machen (falls du sie schon kennst). Aber als Coach schaue ich mir am liebsten alle drei Bereiche eines Menschen an.

Dafür nutze ich die sogenannte TotalBalance-Methode. Bei dieser Methode schauen wir uns deine Vergangenheit, deine Gegenwart und deine Zukunft an. Das Wichtigste dabei ist, ein Bewusstsein für sich selbst zu entwickeln.

Wer warst du?

Wie bist du zu dem Menschen geworden, der du heute bist? Aus was für einer Familie kommst du? Welche Rolle hattest du in deiner Familie? Wurdest du in der Grundschule gemobbt? Oder bist du in einem sehr stabilen und sicheren Umfeld aufgewachsen?

Wer bist du?

Durch eine sogenannte Energie-Analyse findest du heraus, welche Aktivitäten dich Kraft kosten und welche Dinge dir wieder Energie geben.

Wir schauen uns an:

  • Was sind deine Talente?

  • Wie passt deine Persönlichkeit zusammen?

  • Welche Umstände motivieren dich?

  • Bist du aktuell am richtigen Platz im Leben?

Zu wem wirst du?

Es gibt 5 Themen, auf die man besonders achten sollte:

  • Glauben (an sich selbst oder an tiefere Werte)

  • Wachsen (sich weiterentwickeln)

  • Genießen

  • Lieben

  • Gesund leben

Mit Hilfe dieser Themen kannst du dir Ziele setzen. Diese Ziele werden dir ganz sicher dabei helfen, gute Entscheidungen zu treffen, sodass der ungesunde Stress verschwinden kann.

Stress Trigger

Was löst Stress aus? Es gibt viele verschiedene Auslöser. Zum Beispiel Stress bei der Arbeit. Bin ich hier überhaupt richtig? Werde ich wahrgenommen? Oder mache ich meine Sache gut?

Unsicherheit ist oft ein Auslöser. Vielleicht bist du unsicher, was dich selbst betrifft. Du denkst, andere sind netter, können sich besser ausdrücken oder sind einfach besser. Oder du bist sehr perfektionistisch und willst alles fehlerfrei machen – was aber nicht immer klappt. Manchmal hat man keine Kontrolle über eine Situation, und das macht Angst.

Es kann auch sein, dass du es allen recht machen willst und dich dabei selbst vergisst. Dein Selbstwertgefühl hängt dann davon ab, was andere über dich denken oder sagen. Vielleicht ist das schon seit deiner Kindheit so. Dadurch können sich falsche Denkmuster über dich selbst festsetzen.

Und vergessen wir nicht die Corona-Zeit. Die ganzen Maßnahmen, die Unsicherheiten und die großen Veränderungen hatten einen riesigen Einfluss auf die Menschen. Das tägliche Leben war plötzlich ganz anders. Die gewohnte Struktur und Sicherheit waren auf einmal weg. Solche Veränderungen können sehr viel Stress auslösen.

Tips um mit Stress umzugehen

Wir alle haben ab und zu Stress. Du musst dir nicht sofort Sorgen um ein Burnout machen, aber es ist gut, Stress frühzeitig zu erkennen und etwas dagegen zu tun. Wie das geht? Hier sind ein paar Tipps:

  • Mach eine Liste mit Dingen, die dich anspannen, und Dingen, die dir Energie geben.

  • Überlege, was deine positiven Eigenschaften sind. Nutzt du sie auf eine gute Art oder sorgen sie vielleicht dafür, dass du Stress bekommst?

  • Sprich mit einer Person darüber, der du vertraust.

  • Schreib auf, worüber du dir Sorgen machst: deine Gedanken, Ereignisse und Gefühle.

  • Überlege, was du selbst tun kannst, um weniger Stress zu haben – zum Beispiel deinen Tag anders planen oder Aufgaben anders aufteilen.

  • Achte weiterhin gut auf dich selbst durch gesunde Ernährung, Bewegung oder Sport und genug Entspannung.

  • Bitte rechtzeitig um Hilfe.

Das Bewusstsein und das Erkennen von deinem Stress sind sehr wichtig. Wenn man die Warnsignale ignoriert, wird das Stressgefühl oft nur noch schlimmer.

Persönliche Erfahrung

Ich führe ein Tagebuch, in das ich regelmäßig aufschreibe, was mich bedrückt oder stresst. Danach unterteile ich diese Dinge in zwei Gruppen: das, woran ich etwas ändern kann, und das, worauf ich keinen Einfluss habe.

Ein Beispiel dafür ist die Sorge um meine Kinder oder die Pflege meiner Mutter, nachdem mein Vater gerade erst gestorben ist. An diesen Situationen selbst kann ich nichts ändern, aber sie machen mir trotzdem Stress. Ich lerne gerade noch, diese Dinge loszulassen – in dem Wissen, dass Gott mich niemals loslässt.

Gott und Stress?

Der Glaube an Gott hilft mir, den Fokus von mir selbst wegzunehmen und mich auf Ihn zu konzentrieren. Wenn du dich Ihm anvertraust und jeden Tag die Dinge mit Ihm besprichst, die dir Stress machen, übergibst du sie in Seine Hände. Vertraue Ihm auch genau darin. „Lass los und lass Gott machen“ ist ein Spruch, den ich selbst versuche, im Alltag umzusetzen.